Was die Abkürzungen auf Ihrem Laborzettel wirklich bedeuten
Wer nach der Routineuntersuchung seinen Befund vom Arzt in die Hand gedrückt bekommt, fühlt sich oft wie vor einer Geheimschrift: Ery, Hb, eGFR, GOT, CRP – dazu Zahlenkolonnen und kleine Pfeile nach oben oder unten. Da schleicht sich schnell Unsicherheit ein.
Doch keine Panik: Ein Laborblatt ist kein Rätselheft, sondern logisch aufgebaut. Dieser Ratgeber führt Sie Zeile für Zeile durch die typischen Bezeichnungen auf Ihrem Ausdruck und erklärt in einfacher Sprache, was dahintersteckt.
So ist Ihr Laborblatt aufgebaut
Ein typischer Befundbogen hat fast immer dieselbe Struktur in Tabellenform:
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Untersuchung / Parameter: Die medizinische Abkürzung (z. B. Hb oder Kreatinin).
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Ihr Messwert: Das Ergebnis Ihrer aktuellen Blutprobe.
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Einheit: Die Maßeinheit (z. B. mg/dl, g/dl oder µl).
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Referenzbereich / Normwert: Der statistische Durchschnittsbereich.
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Markierung: Viele Labore drucken ein + (zu hoch), ein – (zu niedrig) oder kleine Pfeile ab, wenn Ihr Wert außerhalb der Norm liegt.
Wichtig vorab: Ein Pfeil nach oben oder unten ist noch kein Krankheitsurteil! Oft reicht es schon, vor der Blutabnahme zu wenig getrunken zu haben, und schon verschieben sich einzelne Werte.
Laborwerte für Senioren (65 bis 70+ Jahre) im Überblick
Standard-Referenzwerte auf Laborzetteln gelten meist für junge Erwachsene. Im höheren Alter verändern sich Organe und Stoffwechsel ganz natürlich. Die folgenden Orientierungswerte zeigen Ihnen, was ab 65 Jahren im grünen Bereich liegt.
1. Das „Kleine Blutbild“ (Die Blutzellen)
| Kürzel | Untersuchung | Richtwert (65–70+ J.) | Was bedeutet + oder -? |
| Ery | Rote Blutkörperchen |
Frauen: 3,9 – 5,1 Mio./µl
Männer: 4,1 – 5,6 Mio./µl |
– : Blutarmut (Anämie)
+ : Flüssigkeitsmangel |
| Hb | Roter Blutfarbstoff |
Frauen: 11,8 – 15,0 g/dl
Männer: 13,0 – 16,5 g/dl |
– : Eisenmangel, Müdigkeit
+ : Zu dickflüssiges Blut |
| Hkt | Hämatokrit |
Frauen: 36 % – 46 %
Männer: 39 % – 50 % |
– : Blutarmut
+ : Zu wenig getrunken! |
| Leu | Leukozyten (Abwehr) | 3.800 – 9.800 /µl |
+ : Entzündung oder Infekt
– : Geschwächte Abwehr |
| Thro | Thrombozyten (Gerinnung) | 140.000 – 360.000 /µl |
– : Neigung zu blauen Flecken
+ : Thromboserisiko |
2. Nieren- & Elektrolytwerte (Flüssigkeit & Filter)
Hinweis: Die Nierenleistung nimmt im Alter ganz natürlich ab. Ein leicht veränderter Wert ist ab 65 Jahren oft völlig normal.
| Kürzel | Untersuchung | Richtwert (65–70+ J.) | Was bedeutet + oder -? |
| Krea | Kreatinin (Klärwert) |
Frauen: 0,6 – 1,1 mg/dl
Männer: 0,7 – 1,3 mg/dl |
+ : Niere filtert langsamer
– : Geringe Muskelmasse |
| eGFR | Nieren-Filtrationsrate | 60 – 89 ml/min (Werte ab 60 sind bei 70-Jährigen meist vollkommen ausreichend) |
– : Eingeschränkte Filterleistung
+ : Optimale Nierenfunktion |
| Na | Natrium | 135 – 145 mmol/l | – : Häufig bei Verwirrtheit oder Wassertabletten |
| K | Kalium | 3,6 – 5,2 mmol/l | – / + : Wichtig für Herzrhythmus & Muskeln |
3. Leberwerte (Der Stoffwechsel)
| Kürzel | Untersuchung | Richtwert (65–70+ J.) | Was bedeutet + oder -? |
| GOT | Leber-Enzym |
Frauen: unter 35 U/l
Männer: unter 50 U/l |
+ : Belastung von Leber oder Muskeln |
| GPT | Leber-Enzym |
Frauen: unter 35 U/l
Männer: unter 50 U/l |
+ : Leber- oder Fettstoffwechsel-Thema |
| gamma-GT | Gamma-GT |
Frauen: unter 40 U/l
Männer: unter 60 U/l |
+ : Reagiert stark auf Medikamente oder Galle |
| Bili | Bilirubin (Galle) | 0,2 – 1,2 mg/dl | + : Gallenstau / Abbau roter Blutkörperchen |
4. Entzündung, Zucker & Prostata
| Kürzel | Untersuchung | Richtwert (65–70+ J.) | Was bedeutet + oder -? |
| CRP | Entzündungseiweiß | unter 0,5 mg/dl (oder unter 5 mg/l) | + : Akute oder chronische Entzündung |
| HbA1c | Langzeit-Zucker | 5,0 % – 6,2 % (für Diabetiker ab 70 J. oft bis 7,5 %) | + : Erhöhter Blutzucker / Diabetes-Risiko |
| Chol | Gesamt-Cholesterin | unter 220 – 240 mg/dl | + : Erhöhte Blutfette |
| PSA | Prostata-Antigen (Männer) | Ab 65–70 J.: bis 4,5 – 6,5 ng/ml | + : Gutartige Vergrößerung, Entzündung oder Reizung |
Drei goldene Regeln für Ihr nächstes Arztgespräch
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Einheiten beachten: Vergleichen Sie Ihre Werte immer mit der angegebenen Einheitsspalte auf Ihrem Zettel. Manche Labore messen z. B. das CRP in
mg/dl(Norm: unter 0,5), andere inmg/l(Norm: unter 5,0). -
Immer den Verlauf betrachten: Lassen Sie sich die Befunde der letzten 2–3 Jahre mitgeben. Eine leichte Abweichung, die seit Jahren stabil bleibt, ist meist harmlos.
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Gezielt nachfragen: Lassen Sie sich nicht von Computermarkierungen verunsichern. Fragen Sie Ihren Arzt einfach: „Welcher Wert weicht ab und hat das direkte Auswirkungen auf meinen Alltag oder meine Medikamente?“
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