Schlafstörungen im Alter: Was mir nach dem Herzinfarkt geholfen hat

Ein entspannter älterer Mann, der gemütlich in einem Sessel sitzt. Er sieht erholt aus und lächelt leicht.

Wenn mir früher jemand gesagt hätte, dass ich nachts stundenlang die Decke anstarren würde, um die Sterne im Schlafzimmer zu zählen, hätte ich nur gelacht. Aber mit dem Älterwerden – und spätestens nach meinem Herzinfarkt – hat sich mein Schlafverhalten gründlich auf den Kopf gestellt. Der gewohnte, tiefere Schlaf war plötzlich weg, und stattdessen war ich nachts Dauergast in meiner eigenen Küche.

Damit bin ich nicht allein: Fast jeder Zweite im höheren Alter kämpft regelmäßig mit Einschlaf- oder Durchschlafproblemen. Aber die gute Nachricht vorweg: Man muss sich damit nicht abfinden.

Warum schlafen wir im Alter eigentlich anders?

Dass wir im Alter schlechter schlafen, ist bis zu einem gewissen Grad ganz natürlich. Unser Körper verändert sich, und damit auch unser Schlaf-Wach-Rhythmus:

  • Weniger Melatonin: Das Gehirn produziert im Alter weniger des Schlafhormons Melatonin. Wir werden abends später müde oder wachen nachts schneller auf.

  • Flachere Schlafphasen: Die tiefen Regenerationsphasen nehmen ab. Wir reagieren empfindlicher auf Geräusche, Licht oder eine unbequeme Matratze.

  • Gesundheitliche Faktoren: Ob Gelenkschmerzen, nächtlicher Harndrang oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen – der Körper meldet sich nachts öfter zu Wort.

Mein persönlicher Weg: Wenn die Nerven nicht zur Ruhe kommen

Nach meinem Herzinfarkt stand mein Nervensystem spürbar unter Dauerstrom. An erholsamen Schlaf war gar nicht zu denken. In Abstimmung mit meinem Arzt habe ich in dieser Phase vorübergehend auf Lorazepam in sehr geringer Dosierung zurückgegriffen.

Wichtiger Hinweis dazu: Verschreibungspflichtige Beruhigungsmittel oder Schlafmittel können in akuten Belastungssituationen eine wertvolle Krücke sein, um überhaupt wieder zur Ruhe zu kommen. Sie sind jedoch keine Dauerlösung. Sprecht solche Medikamente immer eng mit eurem Kardiologen oder Hausarzt ab!

5 konkrete Tipps für besseren Schlaf im Alter

Neben der medizinischen Begleitung habe ich Schritt für Schritt echten Verhaltensänderungen den Vorzug gegeben. Diese Kniffe helfen mir und vielen anderen heute nachhaltig:

  1. Die Natur nutzen: Schlaftees mit Baldrian & Melisse

    Bevor die chemische Keule kommt, wirkt die Natur oft Wunder. Eine heiße Tasse Schlaftee – vor allem mit Baldrian, Passionsblume, Kamille oder Melisse – etwa eine Stunde vor dem Schlafengehen wirkt erstaunlich beruhigend. Das sanfte Ritual signalisiert dem Kopf: Jetzt ist Feierabend.

  2. Feste Schlafzeiten einhalten

    Auch wenn der Ruhestand Verlockungen bietet, jeden Tag anders zu gestalten: Unser Körper liebt Routine. Gehe möglichst immer zur gleichen Zeit ins Bett und stehe zur selben Zeit auf – auch am Wochenende.

  3. Das Schlafzimmer ist kein Büro (und kein Kinosaal)

    Verbann den Fernseher und das Smartphone aus dem Schlafzimmer. Das blaue Licht von Bildschirmen bremst die Melatonin-Produktion zusätzlich aus. Mein Tipp: Ein gutes Buch auf Papier liest sich ohnehin viel entspannter.

  4. Tageslicht und leichte Bewegung

    Wer tagsüber viel Licht tankt und sich an der frischen Luft bewegt (und sei es nur ein zügiger Spaziergang), schüttet abends mehr Schlafhormone aus. Aber Achtung: Anstrengenden Sport nicht direkt vor dem Zubettgehen einplanen!

  5. Nicht im Bett wälzen!

    Wenn du nach 20 Minuten noch wach liegst: Aufstehen! Geh ins Wohnzimmer, trinke einen Schluck warmes Wasser oder Tee und lese ein paar Seiten bei gedimmtem Licht. Erst wenn die Augen wieder schwer werden, geht es zurück ins Bett. So verknüpft das Gehirn das Bett nicht mit Frust.

Fazit: Geduld mit sich selbst haben

Guter Schlaf lässt sich nicht erzwingen – je mehr man ihn will, desto weiter läuft er davon. Gib deinem Körper Zeit, erstelle dir deine eigenen Abendrituale und nutze die sanften Helfer aus der Natur.

Wie sieht es bei euch aus? Was hilft euch persönlich am besten, wenn der Schlaf nachts auf sich warten lässt? Schreibt es mir gerne unten in die Kommentare!

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Über Manfred Betzwieser 48 Artikel
Autor und Initiator von "Sicher im Ruhestand". Nach vielen aktiven Berufs- und Lebensjahren teile ich hier praxisnahe Ratgeber, fundierte Checklisten und persönliche Inspirationen für einen aktiven, geschützten und selbst bestimmten Ruhestand. Dir gefallen meine Beiträge? Erspare deinen Freunden das digitale Chaos und teile meine Artikel auf WhatsApp oder Facebook!

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