Wann Nahrungsergänzungsmittel im Alter zum Problem werden!
Mit 73 Jahren gehört man ja angeblich zum „alten Eisen“ – auch wenn ich mich definitiv nicht so fühle! Aber machen wir uns nichts vor: Man möchte fit bleiben, die Gelenke sollen geschmiert sein und das Immunsystem bitte wie eine Eins stehen.
Die Werbung verspricht uns goldene Berge: Eine kleine Pille am Morgen, und schon hüpfen wir wieder wie mit 20 durch den Garten. Da ist die Versuchung groß, beim Wocheneinkauf oder im Internet kräftig bei Vitaminen, Mineralstoffen und bunten Kapseln zuzugreifen. Doch Vorsicht: Was als gut gemeinte Spritze für die Gesundheit beginnt, kann ganz schnell nach hinten losgehen.
Ich habe mir die Sache mit den Nahrungsergänzungsmitteln einmal genauer angeschaut – und verrate Ihnen, wann das muntere Kapselschlucken gefährlich wird. Bessere und natürliche Möglichkeiten hatte ich schon im Artikel: Nährstoffmangel im Alter natürlich ausgleichen – beschrieben.
Was sind Nahrungsergänzungsmittel überhaupt?
Im Grunde ist der Name Programm: Sie sollen die normale Ernährung ergänzen, nicht ersetzen. Legal gelten sie nicht etwa als Medikamente, sondern als Lebensmittel.
Das bedeutet: Sie sind frei verkäuflich im Supermarkt, Drogeriemarkt oder Apothekenregal erhältlich. Sie enthalten konzentrierte Nährstoffe – wie Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente oder Pflanzenextrakte – in Form von Tabletten, Pulver oder Kapseln.
Der feine Unterschied zu echten Arzneimitteln: Nahrungsergänzungsmittel dürfen offiziell keine Krankheiten heilen oder lindern. Sie sind lediglich dafür gedacht, dem Körper bei einem nachgewiesenen Mangel etwas auf die Sprünge zu helfen.
Wie wirken sie im Körper?
Unser Körper funktioniert wie ein hochkomplexes Schweizer Uhrwerk. Vitamine und Mineralstoffe sind die kleinen Zahnräder darin:
-
Vitamin D & Calcium stärken die Knochen.
-
Magnesium unterstützt Muskeln und Nerven (damit die Wade nachts nicht plötzlich Krampf-Treffpunkt spielt).
-
Vitamin B12 sorgt für Schwung bei der Blutbildung und im Nervensystem.
Wenn uns wirklich ein Baustein fehlt, kann die gezielte Zufuhr Wunder wirken. Wir fühlen uns wacher, fitter und belastbarer. Das Problem dabei? Viele von uns schlucken das Zeug vorsorglich nach dem Motto: „Viel hilft viel!“ – und genau da fängt der Ärger an.
Die Sache mit der Dosierung: Weniger ist meistens mehr
Im Alter verändert sich unser Stoffwechsel. Niere und Leber arbeiten etwas langsamer und bauen Stoffe nicht mehr ganz so rasant ab wie in jungen Jahren. Was früher einfach „durchgerutscht“ ist, bleibt heute länger im System.
Besonders tückisch sind fettlösliche Vitamine (die Vitamine A, D, E und K). Während der Körper zu viel Vitamin C meist unaufgeregt über den Urin wieder ausscheidet, werden fettlösliche Vitamine im Körperfett und in der Leber gespeichert. Überdosiert man diese über Monate hinweg, reichern sie sich an – und können regelrecht giftig wirken!
Der einfachste „Vitamin-Booster“: Ausreichend trinken!
Bevor man zu teuren Kapseln greift, wird oft die einfachste Grundlage vergessen: Wasser. Unsere Nieren brauchen reichlich Flüssigkeit, um Stoffwechselprodukte und überschüssige Nährstoffe zuverlässig auszuscheiden. Wer ungern Leitungswasser trinkt oder wen der Kalkgeschmack stört, für den ist ein einfacher Tischwasserfilter (wie von Brita) ein echter Geheimtipp. Gefiltertes Wasser schmeckt spürbar weicher, macht das Teekochen zum Genuss und sorgt ganz nebenbei dafür, dass das Trinken im Alltag nicht vergessen wird.
Wann wird das Ganze zum echten Problem?
Es gibt drei typische Fallen, in die gerade wir Älteren besonders leicht tappen:
1. Die Wechselwirkungs-Falle mit Medikamenten
Viele von uns nehmen täglich vom Arzt verschriebene Medikamente ein (z. B. Blutdrucksenker, Blutverdünner oder Schilddrüsenhormone).
-
Beispiel Calcium & Magnesium: Werden sie zeitgleich mit bestimmten Antibiotika oder Herzmedikamenten geschluckt, können sie deren Wirkung komplett blockieren.
-
Beispiel Vitamin K: Spielt dem Blutverdünner (wie Marcumar) direkt entgegen und hebt dessen Schutzwirkung auf!
2. Das Selbstdiagnose-Labyrinth
Wer sich müde fühlt, greift schnell zu Eisenpräparaten. Doch zu viel Eisen im Blut schadet dem Herzen und den Organen massiv. Ob überhaupt ein Mangel vorliegt, kann nur ein Blutbild beim Arzt verraten – nicht das Bauchgefühl.
3. Überdosierung durch Produkt-Hopping
Hier ein Vitamin-D-Präparat, dort ein Multi-Vitamin-Drink und abends noch die Magnesium-Brausetablette für die Beine. Ehe man sich versieht, hat man von einzelnen Stoffen die 5-fache Tagesdosis intus, weil sie in fast allen Buntschachteln gleichzeitig stecken.
Mein Fazit aus der Praxis
Lassen Sie sich von bunten Werbeversprechen nicht an der Nase herumführen. Nahrungsergänzungsmittel sind keine Wundermittel und schon gar kein Freifahrtschein für ungesundes Essen!
👉 Mein Tipp: Bevor Sie Ihr hart erarbeitetes Geld in Kapseln investieren, lassen Sie beim Hausarzt ein großes Blutbild machen. Was wirklich fehlt, wird gezielt aufgefüllt – alles andere spart Bares und schont die Leber! In einem der nächsten Beiträge werde ich mich mit einer Blutanalyse und der Ergebnisauswertung beschäftigen.
Sicher im Ruhestand per WhatsApp
Gratis Kanal abonnieren & Glocke an!
🛡️ Wie sicher bist Du im Ruhestand? Mache den kurzen Sicherheits-Check (Selbsttest).
Ihre Meinung ist gefragt