Es ist ein Thema, über das niemand gerne beim Sonntagskaffee spricht. Wenn wir an Vorsorge denken, fallen den meisten Begriffe wie Patientenverfügung, Testament oder Pflegeversicherung ein. Wir regeln das Haus, das Bankkonto und den Nachlass für unsere Liebsten – in der guten Absicht, ihnen im Ernstfall Chaos und Sorgen zu ersparen.
Doch ausgerechnet den wichtigsten Gegenstand unseres modernen Alltags vergessen fast alle: Das eigene Smartphone.
Haben Sie sich schon einmal gefragt, was eigentlich passiert, wenn Sie völlig unerwartet ins Krankenhaus müssen oder nicht mehr ansprechbar sind?
Ihr Leben geht auf dem Bildschirm weiter:
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Banken schicken Freigabecodes per SMS aufs Handy.
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Monatliche Abos buchen fleißig weiter ab.
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Wichtige Verträge laufen im Hintergrund weiter.
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Tausende wertvolle Familienfotos liegen gut geschützt in der Cloud.
Das Problem: Ohne Ihren Code ist das Smartphone für Ihre Angehörigen eine uneinnehmbare Festung.
Die neue Hilflosigkeit der Angehörigen
In der Praxis erleben Familien nach einem Schlaganfall oder einem plötzlichen Todesfall oft einen bürokratischen Albtraum. Kinder oder Ehepartner stehen vor dem gesperrten Display und kommen an nichts heran.
Sogar die Polizei oder Banken stoßen bei modernen Smartphones an ihre Grenzen. Die Sicherheitsvorkehrungen von Apple, Google und Samsung sind heute so extrem hoch, dass ohne die richtige PIN selbst IT-Experten monatelang ausgesperrt bleiben.
Wer keine digitale Vorsorge getroffen hat, hinterlässt seinen Hinterbliebenen nicht nur Trauer, sondern einen undurchdringlichen Dschungel aus Passwörtern, geheimen PINs und unsichtbaren Verträgen.
3 einfache Schritte für Ihre digitale Vorsorge
Die gute Nachricht ist: Sie müssen kein Computer-Genie sein, um Ordnung in Ihr digitales Erbe zu bringen. Es reichen drei einfache Vorkehrungen, die Sie an einem einzigen Nachmittag erledigen können.
1. Die analoge „Schatulle der Sicherheit“
Notieren Sie Ihre wichtigsten Zugangsdaten handschriftlich auf einem Blatt Papier:
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Display-Sperrcode des Smartphones
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Zugangsdaten zum Haupt-E-Mail-Konto (das ist der Schlüssel zu fast allen anderen Diensten!)
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PINs für Online-Banking und Kundenkonten
Verwahren Sie diesen Zettel in einem verschlossenen Umschlag direkt bei Ihren wichtigen Papier-Dokumenten (z. B. beim Stammbuch, Patientenverfügung in der Notfall-Mappe). Informieren Sie eine Vertrauensperson darüber, wo dieser Umschlag liegt.
2. Den „Nachlasskontakt“ im Smartphone einrichten
Sowohl Google (Android) als auch Apple (iPhone) bieten eine hervorragende Funktion an: Sie können eine Vertrauensperson als sogenannten Nachlasskontakt hinterlegen. Sollte Ihr Konto über einen längeren Zeitraum völlig inaktiv sein, erhält diese Person automatisch Zugang zu Ihren Fotos und wichtigen Daten – ganz ohne Hacker-Tricks.
So richten Sie das in wenigen Minuten ein:
Für Apple-Nutzer (iPhone / iPad):
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Öffnen Sie die Einstellungen auf Ihrem iPhone.
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Tippen Sie ganz oben auf Ihren Namen (Apple-ID).
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Wählen Sie den Punkt Anmeldung & Sicherheit.
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Tippen Sie unten auf Nachlasskontakt.
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Klicken Sie auf Nachlasskontakt hinzufügen und wählen Sie eine Person aus Ihren Kontakten aus.
(Sie erhalten dann einen Zugangs-Code, den Sie dieser Person ausdrucken oder digital schicken können).
Für Android-Nutzer (Samsung, Xiaomi, Google Pixel & Co.):
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Rufen Sie im Internet die Seite myaccount.google.com/inactive auf (oder suchen Sie in den Handy-Einstellungen nach „Kontomanager für inaktive Konten“).
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Klicken Sie auf Starten.
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Legen Sie fest, nach wie vielen Monaten Inaktivität (z. B. nach 3 oder 6 Monaten) Google reagieren soll.
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Tragen Sie die E-Mail-Adresse Ihrer Vertrauensperson ein und wählen Sie aus, auf welche Daten (z. B. Fotos oder Kontakte) diese Person Zugriff erhalten darf.
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Speichern Sie die Einstellung – fertig!
3. Der digitale Betreuungswunsch
Achten Sie darauf, dass in Ihrer Vorsorgevollmacht explizit der Satz enthalten ist:
„Mein Bevollmächtigter ist berechtigt, meine digitalen Konten, E-Mail-Accounts und Telefondienste zu verwalten und aufzulösen.“
Viele ältere Formulare decken diesen digitalen Punkt nämlich noch gar nicht ab!
Fazit: Beruhigt in die Zukunft blicken
Digitale Vorsorge hat nichts mit Pessimismus zu tun. Ganz im Gegenteil: Es gibt ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass im Fall der Fälle alles geregelt ist und die eigenen Kinder oder der Partner nicht hilflos vor einer digitalen Wand stehen.
Ihre Meinung ist gefragt!
Wie sieht es bei Ihnen aus?
Haben Sie Ihre PINs und Passwörter für den Ernstfall irgendwo für Ihre Familie hinterlegt – oder schieben Sie das Thema wie so viele von uns schon länger vor sich her?
Schreiben Sie mir Ihre Erfahrungen oder Fragen gerne unten in die Kommentare! Ich antworte Ihnen persönlich.
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